Blick auf die Getränkeindustrie in Nordafrika und im Nahen Osten

Aktuelle Marktdaten des Maschinenbauverbandes VDMA – ideeller Träger der drinktec – belegen, dass weltweit die Nachfrage nach Maschinen und Anlagen für die Produktion, Abfüllung und Verpackung von Getränken und flüssigen Lebensmitteln wächst. Die Märkte in Nordafrika und im Nahen Osten bilden hier keine Ausnahme, vielmehr erfährt die Branche dort ein bemerkenswertes Wachstum.

Veröffentlicht am 04/08/2025

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Ein Beitrag von

Susanne Blüml

PR Managerin

YONTEX GmbH & Co. KG

Wachstumsbranche Getränke und flüssige Lebensmittel: Weltweite Nachfrage nach Maschinen auf Rekordniveau

Nordafrika als strategisches Tor für europäische Maschinenexporte

Die weltweite Nachfrage nach Maschinen und Anlagen für die Produktion, Abfüllung und Verpackung von Getränken und flüssigen Lebensmitteln wächst beständig. Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie im Nahen Osten und in Nordafrika (MENA Region) bildet dabei keine Ausnahme. Der Sektor verzeichnet ein bemerkenswertes Wachstum und eine hohe Dynamik, die durch steigenden Konsum, rasante Urbanisierung und sich wandelnde Verbraucherpräferenzen angetrieben werden.

Nordafrika dient als strategisches Tor für europäische Maschinenexporte, wobei Algerien – das größte Land Afrikas – aufgrund seiner zentralen Lage zwischen Europa und Afrika bedeutende Chancen für die internationale Expansion von Unternehmen bietet. Ähnlich verhält sich Ägypten, das an der Schnittstelle zwischen dem Nahen Osten und Afrika liegt und sich durch die Beschleunigung der lokalen Produktion, insbesondere im F&B-Sektor, an wirtschaftliche Herausforderungen wie hohe Inflation und Währungsabwertung anpasst. In der Golfregion diversifiziert Saudi-Arabien, die größte Volkswirtschaft der Region, aktiv über den Ölsektor hinaus und schafft damit zahlreiche Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Die globale Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist einer der dynamischsten Wachstumssektoren und in vielen Ländern der wichtigste Industriezweig. Die Branche ist jedoch auch durch starken Wettbewerb, Preisdruck, zahlreiche Produktinnovationen und immer kürzere Produktlebenszyklen gekennzeichnet. Kontinuierliche Investitionen in leistungsfähige Technologien zur Steigerung der Effizienz, Flexibilität und Nachhaltigkeit von Produktions- und Verpackungsprozessen spiegeln sich in einer hohen Nachfrage nach Maschinen wider.

Nach Angaben des VDMA steigt das weltweite Handelsvolumen mit Maschinen für die Lebensmittelverarbeitung und -verpackung seit Jahren kontinuierlich an und erreichte 2023 einen vorläufigen Höchststand von 52,6 Milliarden Euro. Im 10-Jahres-Rückblick von 2014 bis 2023 belief sich der internationale Außenhandel mit Maschinen für die Lebensmittelverarbeitung und -verpackung auf Basis der Exportdaten aus 52 Industrieländern auf 428 Milliarden Euro. Dies entspricht einem periodischen Wachstum von insgesamt 46 Prozent.

Die Gesamtinvestitionen der globalen Getränke- und Flüssignahrungsmittelindustrie dürften deutlich höher ausfallen, da die Gesamtnachfrage auch die im jeweiligen lokalen Markt beschafften Maschinen umfasst. Hinzu kommen Maschinen und Komponenten, die in der Getränke- und Flüssignahrungsmittelindustrie eingesetzt werden, aber anderen statistischen Gruppen zugeordnet sind, wie beispielsweise Streckblasmaschinen oder Wasseraufbereitungstechnik.
Damit ist die Zulieferindustrie für die Herstellung und Verpackung von Lebensmitteln und Getränken eines der größten Segmente des Maschinenbaus, das zudem deutlich weniger von Konjunkturschwankungen betroffen ist als viele andere Investitionsgütersektoren.

Die weltweit wichtigste Absatzregion für Lebensmittel- und Verpackungsmaschinen ist Europa mit einem Anteil von 41 Prozent. Asien ist mit einem Anteil von 19 Prozent die zweitwichtigste Region. Nordamerika liegt mit 18 Prozent knapp dahinter auf Platz drei. Es folgen der Nahost/Afrika mit 10 Prozent, Lateinamerika mit 9 Prozent und Australien/Ozeanien mit 3 Prozent.

Maschinenexporte nach Algerien steigen wieder

Die weltweiten Exporte von Lebensmittel- und Verpackungsmaschinen nach Algerien erreichten 2015 mit 523 Millionen Euro ihren bisherigen Höchststand, während sie im Corona-Jahr 2021 um mehr als die Hälfte auf einen Tiefstand von 214 Millionen Euro zurückgingen. Ausgehend von diesem niedrigen Niveau zeigte die Entwicklung in den folgenden Jahren wieder nach oben, sodass die Exporte 2023 auf knapp 300 Millionen Euro stiegen, was einem Anstieg von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Mit Maschinen im Wert von 109 Millionen Euro und einem Anteil von 38 Prozent war Italien 2023 mit Abstand der wichtigste Maschinenlieferant Algeriens, gefolgt von der Türkei mit 49 Millionen Euro und China mit 40 Millionen Euro. Deutschland lag 2023 mit Maschinen im Wert von 33 Millionen Euro und einem Anteil von 12 Prozent hinter Frankreich auf Platz fünf der wichtigsten Lieferanten Algeriens. Für 2024 zeigen die Daten des VDMA einen anhaltenden Aufwärtstrend bei den weltweiten Exporten nach Algerien, wobei die vorläufigen Zahlen einen Wert von über 415 Millionen Euro erwarten lassen.

Für Besucher aus der gesamten MENA-Region ist die Präsenz auf der drinktec – der internationalen Leitmesse für die Getränke- und Flüssignahrungsindustrie – angesichts des erwarteten Wirtschaftswachstums in der Region von großer Bedeutung. Die Präsentation von Maschinen und Anlagen vor internationalen Fachbesuchern und das Knüpfen weltweiter Kontakte sind wichtige Bestandteile der globalen Aktivitäten. Auf der drinktec finden Aussteller und Besucher die höchste Expertendichte und das breiteste Spektrum an Innovationen.

Euromonitor: Getränkekonsum in der MENA-Region steigt

Die Zukunftsaussichten für Technologieanbieter sind positiv, da die globale Getränkeindustrie wächst. Wie der VDMA berichtet, wird das weltweite Absatzvolumen von Erfrischungsgetränken bis 2028 um 16 Prozent auf 972 Milliarden Liter steigen. Der Verband bezieht sich dabei auf Daten des britischen Marktforschungsinstituts Euromonitor International.

Die Branche sieht sich im Wesentlichen mit einem zweigeteilten Wachstumsmodell konfrontiert. Reife Märkte setzen auf Premiumisierung durch vielversprechende funktionelle Innovationen und die Verwischung von Kategorien (Gesundheit und Genuss). In aufstrebenden Verbrauchermärkten wird das Volumenwachstum durch eine verbesserte Zugänglichkeit und Erschwinglichkeit vorangetrieben, die sowohl den lokalen Geschmäckern als auch den lokalen wirtschaftlichen Gegebenheiten Rechnung trägt.

Laut Euromonitor wird der Konsum alkoholfreier Getränke im Nahen Osten und in Afrika bis 2028 insgesamt um 28 Prozent auf 236,5 Milliarden Liter steigen, womit die Region weltweit hinter Asien und vor Nordamerika an zweiter Stelle liegt. Diese Wachstumsrate für Erfrischungsgetränke ist weltweit die höchste, obwohl der Pro-Kopf-Verbrauch in vielen Ländern noch sehr gering ist.

Mit 105,4 Milliarden Litern machte abgefülltes Wasser 2024 72 Prozent des Erfrischungsgetränkekonsums im Nahen Osten und in Afrika aus, gefolgt von kohlensäurehaltigen Erfrischungsgetränken mit 30 Milliarden Litern (21 Prozent) und Säften mit 6,7 Milliarden Litern (knapp 5 Prozent). Laut Euromonitor wird der Verbrauch von abgefülltem Wasser im Nahen Osten und in Afrika bis 2028 um 30 Prozent auf 137 Milliarden Liter steigen.

Auf dem gesamten afrikanischen Markt für Erfrischungsgetränke lag Algerien 2024 mit einem Verbrauch von 3,5 Milliarden Litern oder knapp 2 Milliarden Euro auf Platz fünf der Top 10 Länder. Vergleicht man den Verbrauch innerhalb der MENA-Region, liegt Algerien auf Platz neun, während Ägypten und Saudi-Arabien mit 12,8 Milliarden Litern bzw. 11,4 Milliarden Litern den größten Anteil am Verbrauch hatten.

Für den Zeitraum von 2024 bis 2028 wird für Erfrischungsgetränke in Algerien ein moderates Volumenwachstum von knapp 9 Prozent erwartet. Die Inflation macht die Verbraucher jedoch preisbewusster und veranlasst sie, zu günstigeren Marken zu wechseln. Gleichzeitig stimulieren ein stärkerer Wettbewerb bei der lokalen Produktion und neue Produkte die Nachfrage.

Der Trend zu Gesundheit und Wellness gewinnt an Dynamik, da die Verbraucher zunehmend auf Zucker und Süßstoffe verzichten. Dennoch prägen sinkende Einkommen und eine zurückhaltende Kauflaune die Verbraucherstimmung.
In Algerien lag abgefülltes Wasser mit 1,3 Milliarden Litern im Jahr 2024 an erster Stelle unter den Erfrischungsgetränken. Laut Euromonitor wird bis 2028 ein moderater Anstieg um 9 Prozent auf 1,4 Milliarden Liter erwartet. Kohlensäurehaltige Getränke liegen mit 1,1 Milliarden Litern im Jahr 2024 und einer Wachstumsprognose von 7 Prozent auf 1,2 Milliarden Liter bis 2028 auf Platz zwei, dicht gefolgt von Säften mit 1 Milliarde Litern und einem erwarteten Anstieg von 9 Prozent auf 1,16 Milliarden Liter. Alle anderen Erfrischungsgetränke wie Energy-Drinks und Konzentrate folgen mit großem Abstand und spielen kaum eine Rolle.

Auch die algerische Milchwirtschaft macht Fortschritte und verzeichnete 2024 ein deutliches Wachstum. Gesundheits- und Wellnesstrends fördern das Interesse an einer ausgewogenen Ernährung, wobei Trinkmilch in vielen algerischen Familien besonders beliebt ist. Mit 2,8 Millionen Tonnen machten Trinkmilchprodukte 72 Prozent des Gesamtverbrauchs aller Milchprodukte aus, der bis 2028 um weitere 8 Prozent steigen dürfte. Auch Convenience-Produkte wie Trinkjoghurt sind beliebt, und neue Geschmacksrichtungen kurbeln die Nachfrage zusätzlich an. Naturjoghurt, Fruchtjoghurt und zunehmend auch griechischer Joghurt sind mit einem Verbrauch von 711.000 Tonnen pro Jahr beliebt, der bis 2028 um weitere 12 Prozent steigen dürfte.

Andere Märkte in der Region dürften sogar noch stärker wachsen. Der Iran bleibt mit einem prognostizierten Wachstum von knapp 25 Prozent der mit Abstand größte Markt für Trinkmilch, Sauermilch und Joghurtprodukte in der MENA-Region.

Auch kleinere Milchmärkte wie Saudi-Arabien, Ägypten und Irak werden voraussichtlich deutlich wachsen, wobei Euromonitor einen Anstieg zwischen 20 und 40 Prozent prognostiziert. Ägypten beispielsweise arbeitet aktiv daran, den hohen Verderb von Frischprodukten, insbesondere im Milchsektor, der derzeit einen tiefgreifenden Wandel durchläuft, zu reduzieren. Gleichzeitig wird die lokale Produktion hochgefahren, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die Versorgung der wachsenden Bevölkerung sicherzustellen.

Mithilfe von KI übersetzt